Eigenheim ohne Erspartes: Zwischen Traum und Risiko
Eine eigene Immobilie kaufen, ohne einen Cent angespart zu haben – kann das funktionieren? Einige Banken bieten tatsächlich Vollfinanzierungen an, bei denen der gesamte Kaufpreis über ein Darlehen abgedeckt wird. Solche Kredite ohne Eigenkapital sind jedoch nicht für jeden geeignet. Unter welchen Voraussetzungen ein Immobilienkauf ohne Erspartes dennoch gelingen kann, erfahren Sie hier.
Finanzierung ohne Eigenkapital: Wann ist das möglich?
In der Regel erwarten Banken einen soliden Eigenkapitalanteil von etwa 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises. Dennoch gibt es unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, eine Immobilie vollständig finanzieren zu lassen. „Hierbei ist ein starkes Finanzierungsprofil entscheidend, das sich durch ein stabiles und hohes Einkommen auszeichnet, wie es etwa bei einer unbefristeten Anstellung mit gutem Lohn der Fall ist“, erklärt Elke Schreiner von Allgäuer Immobilien in Füssen/Hopfen am See. Ergänzt wird dies durch eine makellose Bonität, also einen hohen Schufa-Score ohne negative Einträge, sowie durch eine wertbeständige Immobilie in attraktiver Lage und gutem Zustand, die der Bank als Sicherheit dient.
Viele Banken verlangen zudem, dass mindestens die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Makler) aus eigenen Mitteln getragen werden. „Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann möglicherweise ein Eigenheim ohne eigenes Startkapital finanzieren, sollte sich aber der damit verbundenen Risiken bewusst sein“, fügt Schreiner hinzu.
Erhöhte Raten, kein finanzieller Puffer: Risiken der Vollfinanzierung
Ein Kauf ohne Eigenkapital führt zu höheren monatlichen Kreditraten, da die gesamte Kaufsumme – einschließlich des normalerweise üblichen Eigenanteils – finanziert wird. „Banken berechnen oft einen Zinsaufschlag für das erhöhte Risiko, was die Finanzierungskosten weiter steigen lässt“, erläutert Schreiner.
Zusätzlich fehlt ein finanzieller Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. „Sollte das Einkommen sinken oder die Zinsen steigen, kann schnell eine finanzielle Schieflage entstehen“, warnt Schreiner. Auch beim Wiederverkauf könnten Probleme auftreten: „Wenn die Restschuld lange hoch bleibt und die Immobilienpreise fallen, reicht der Verkaufserlös möglicherweise nicht aus, um den Kredit vollständig zu tilgen – ein echtes Problem“, merkt Schreiner an.
Alternativen: Eigenkapital ansparen oder günstiger kaufen
„Wer vom Eigenheim träumt, aber noch keine Rücklagen hat, sollte alle Optionen prüfen“, rät Schreiner. Eine Möglichkeit ist, den Kauf zu verschieben und in der Zwischenzeit Geld anzusparen. „Schon ein paar hundert Euro monatlich können über die Jahre zu einem soliden Startkapital anwachsen“, sagt Schreiner.
Staatliche Förderungen oder Unterstützung durch Familie können ebenfalls hilfreich sein. „Es lohnt sich, den geplanten Kaufpreis zu überdenken: Vielleicht kommt eine kleinere Wohnung oder ein Objekt in erschwinglicherer Lage infrage – das senkt Kaufpreis, Nebenkosten und Monatsrate“, schlägt Schreiner vor. Oft ist es langfristig solider, zumindest etwas Eigenkapital einzubringen anstatt alles auf Kredit zu finanzieren.
Sie möchten nicht länger Miete zahlen, haben aber wenig Eigenkapital? Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen Finanzierungsmöglichkeiten und suchen Immobilien, die zu Ihrem Budget passen. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin und machen Sie den ersten Schritt ins Eigenheim – auch mit geringem Startkapital.
Hinweise:
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
